Gemeinsames Gestalten macht eine schöne Zeit sichtbar

Manchmal sitzt ein Team beim Apéro zusammen und trotzdem bleibt jeder ein wenig für sich. Eine schöne Zeit entsteht nicht automatisch durch ein volles Programm oder gutes Essen. Sie wächst dort, wo Menschen miteinander etwas erleben, Verantwortung übernehmen und etwas miteinander teilen. Wenn daraus sogar etwas Sichtbares entsteht, bekommt die gemeinsame Zeit eine andere Bedeutung.

Warum eine schöne Zeit mehr braucht als gute Unterhaltung

Gute Stimmung ist angenehm und natürlich darf ein Teamevent Spass machen. Für mich gehört das unbedingt dazu. Trotzdem reicht Unterhaltung allein nicht immer aus, damit Menschen sich wirklich begegnen.

Gerade im Arbeitsalltag funktionieren Teams oft sehr gut. Aufgaben werden verteilt, Termine eingehalten und Projekte abgeschlossen. Gleichzeitig kann das persönliche Miteinander mit der Zeit dünner werden. Man sieht sich weniger, arbeitet im Homeoffice oder steckt gemeinsam in einem Projekt, bei dem hauptsächlich das Resultat zählt.

Eine gemeinsame Zeit ausserhalb dieses Alltags kann etwas verändern, wenn Menschen nicht einfach wieder nebeneinandersitzen und konsumieren.

Beim gemeinsamen Gestalten muss niemand besonders kreativ sein. Es geht darum, Ideen einzubringen, Entscheidungen miteinander zu treffen und etwas entstehen zu lassen, das vorher noch nicht da war.

Menschen begegnen sich anders, wenn sie gemeinsam etwas tun.

Eine gute gemeinsame Zeit muss dabei nicht harmonisch glatt sein. Unterschiedliche Vorstellungen gehören dazu. Genau wie im Arbeitsalltag.

Schöne Zeit erleben zusammen Frauen im Gespräch

Nicht jeder gemeinsame Moment muss gleich einen grossen Zweck erfüllen

Ich finde es wichtig, einem Teamevent nicht zu viel aufzubürden. Ein Nachmittag wird nicht sämtliche Probleme eines Teams lösen. Das wäre eine Erwartung, die weder Menschen noch ein gemeinsames Erlebnis erfüllen können.

Manchmal darf eine schöne Zeit tatsächlich einfach schön sein.

Menschen lachen miteinander. Sie erleben Kolleginnen und Kollegen einmal ausserhalb ihrer gewohnten Funktion. Der Projektleiter hat vielleicht nicht die beste Idee. Dafür entdeckt jemand anderes plötzlich eine Lösung, von dem es niemand erwartet hätte.

Solche Momente wirken unscheinbar und können trotzdem etwas verschieben.

Es entsteht ein anderes Bild voneinander.

Gerade deshalb sehe ich einen Unterschied zwischen einem Anlass, der hauptsächlich unterhält und einem Erlebnis, an dem alle beteiligt sind. Wer selber etwas beiträgt, erlebt den gemeinsamen Tag anders. Man war nicht nur dabei. Man hat etwas davon mitgestaltet.

Und manchmal ist genau das genug.

Wenn aus vielen Vorstellungen etwas Gemeinsames entsteht

Gemeinsames Gestalten ist interessant, weil am Anfang noch niemand genau weiss, wie das Ergebnis aussehen wird.

Da sind verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen. Einer möchte schnell entscheiden. Eine andere schaut erst einmal genau hin. Jemand wirft eine Idee in den Raum und ein anderer verändert sie so, dass plötzlich etwas Neues daraus entsteht.

Das ist keine Übung, die Zusammenarbeit simuliert. Es passiert tatsächlich.

Dabei können ganz unterschiedliche Dinge sichtbar werden:

  • Wer bringt eine Idee ins Rollen?
  • Wer hört zu und verbindet verschiedene Vorschläge?
  • Wer braucht Zeit, bevor eine Entscheidung stimmt?
  • Wie geht das Team damit um, wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert?
  • Wann wird aus einzelnen Vorstellungen wirklich etwas Gemeinsames?

Das Spannende daran ist für mich nicht, daraus sofort eine Analyse über jeden Menschen zu machen.

Interessant ist vielmehr der Moment, in dem ein Team merkt: Allein hätte keiner genau dieses Ergebnis geschaffen.

Das gemeinsame Werk bekommt dadurch seinen Wert. Nicht weil es perfekt sein muss, sondern weil verschiedene Hände, Gedanken und Entscheidungen darin stecken.

Ein sichtbares Ergebnis gibt der gemeinsamen Zeit einen Platz im Alltag

Viele schöne Erlebnisse verschwinden erstaunlich schnell. Man hat einen guten Abend, macht ein paar Fotos und eine Woche später steckt man wieder mitten in Sitzungen, E-Mails und Terminen.

Ein gemeinsames Werk funktioniert anders.

Eine Skulptur, ein Objekt oder ein Bild bleibt im Unternehmen. Vielleicht steht es im Eingangsbereich, im Sitzungszimmer oder dort, wo das Team täglich vorbeigeht.

Das Werk erzählt nicht jedem Betrachter die ganze Geschichte. Das muss es auch nicht. Für diejenigen, die daran beteiligt waren, trägt es Erinnerungen in sich.

Wer hatte diese verrückte Idee? Warum mussten wir einen Teil nochmals verändern? Wie haben wir es am Ende geschafft, aus den verschiedenen Vorstellungen eine Form zu machen?

So bekommt eine gemeinsame Zeit etwas Körperliches. Sie bleibt nicht nur Erinnerung, sondern nimmt Raum ein.

Genau darin liegt für mich die Kraft von Kunst im Team. Sie muss nicht erklären, was ein Team fühlen soll. Sie kann sichtbar machen, was gemeinsam entstanden ist.

Wenn dich interessiert, wie sich ein gemeinsames Ziel über kreatives Arbeiten konkretisieren lässt, findest du dazu auch meinen Beitrag „Teamziele definieren heisst, gemeinsam Klarheit zu schaffen“:

Zum Blog über Teamziele

Diese Fragen stellen sich viele vor einer gemeinsamen kreativen Zeit

Wie kann ein Team eine schöne Zeit verbringen, ohne dass es nur Unterhaltung ist?

Eine gute gemeinsame Zeit entsteht für mich dann, wenn Menschen beteiligt sind. Sie dürfen lachen und geniessen, sollen aber nicht nur Zuschauer sein. Eine gemeinsame Aufgabe schafft Begegnung und gibt dem Erlebnis einen natürlichen Mittelpunkt.

Müssen die Mitarbeitenden kreativ sein?

Nein. Gerade dieser Gedanke hält viele Menschen zuerst zurück. Kreativität bedeutet nicht, besonders gut zeichnen oder bereits mit Metall, Holz oder Farbe umgehen zu können. Es geht darum, auszuprobieren, Entscheidungen zu treffen und den eigenen Teil beizutragen. Vorkenntnisse braucht es dafür nicht.

Was ist, wenn einige im Team keine Lust auf einen kreativen Teamevent haben?

Das kann passieren und ich finde es völlig normal. Nicht jeder Mensch freut sich sofort, wenn das Wort Kunst fällt. Deshalb soll niemand etwas vorspielen oder beweisen müssen. Ein klarer Rahmen und konkrete Materialien helfen dabei, ins Tun zu kommen. Oft verliert die Frage nach dem eigenen Talent schnell an Bedeutung, sobald etwas Gemeinsames entsteht.

Was unterscheidet gemeinsames Gestalten von einem klassischen Teamevent?

Bei vielen klassischen Teamevents steht die Aktivität oder Unterhaltung im Mittelpunkt. Beim gemeinsamen Gestalten trägt jedes Teammitglied etwas zum Ergebnis bei. Ideen müssen zusammengebracht und Entscheidungen getroffen werden. Am Ende bleibt ein Werk, das dem Team gehört und an die gemeinsam verbrachte Zeit erinnert.

Frau am Schweissen

Eine gute gemeinsame Zeit darf Spuren hinterlassen

Nicht jeder Teamevent muss die Welt verändern. Er darf Spass machen, leicht sein und Menschen für ein paar Stunden aus ihrem Arbeitsalltag holen.

Ich finde aber, er darf noch etwas anderes können.

Er kann Menschen miteinander ins Tun bringen. Er kann zeigen, wie unterschiedlich ein Team denkt und wie daraus trotzdem etwas Gemeinsames entstehen kann. Und er kann eine Erinnerung hinterlassen, die nicht auf irgendeinem Handy zwischen hundert anderen Fotos verschwindet.

Ein gemeinsames Werk bleibt.

Vielleicht ist genau das eine schöne gemeinsame Zeit: Man war nicht einfach am selben Ort. Man hat miteinander etwas geschaffen.

Wenn du für dein Team einen Anlass suchst, bei dem gemeinsames Erleben und Gestalten im Mittelpunkt stehen, können wir zuerst gemeinsam anschauen, was zu eurem Team passt. Daraus entsteht ein Format, das sich an den Menschen und eurem Anlass orientiert.

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Mit kreativen Grüssen aus der Werkstatt

Andrea Stahl

Foto von Andrea Stahl

Andrea Stahl

Andrea Stahl ist Künstlerin und begleitet seit über 30 Jahren Menschen in kreativen Prozessen. In ihrer Arbeit verbindet sie Kunst, Lebenserfahrung und echte Transformation. Sie schreibt über Kreativität, persönliche Entwicklung, innere Klarheit, Heilung und die Kraft, durch Gestalten wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen.

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