Ein Team kann nach aussen gut funktionieren und intern trotzdem aneinander vorbeiarbeiten. Aufgaben werden erledigt, Sitzungen abgehalten und Ziele formuliert. Wie die Menschen tatsächlich zusammenarbeiten, zeigt sich oft erst dann, wenn etwas anders läuft als geplant.
Wer übernimmt Verantwortung? Darf jemand sagen, dass er nicht weiterweiss? Was passiert mit einer Idee, die noch nicht fertig gedacht ist?
Für mich beginnt Unternehmenskultur genau dort: im täglichen Umgang miteinander. Und manchmal wird dieser Umgang besonders greifbar, wenn ein Team gemeinsam etwas gestaltet.
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ToggleUnternehmenskultur ist mehr als ein Leitbild an der Wand
Unternehmenskultur umfasst die Werte, Gewohnheiten und unausgesprochenen Regeln, die das Miteinander in einem Unternehmen prägen. Sie zeigt sich darin, wie Entscheidungen getroffen werden, wer gehört wird und wie Menschen auf Fehler reagieren.
Wenn Offenheit an der Wand steht, Kritik aber unerwünscht ist, glauben Menschen dem Alltag und nicht dem Plakat. Wenn Eigenverantwortung gewünscht ist, aber jede kleine Entscheidung abgesegnet werden muss, entsteht ein Widerspruch.
Deshalb interessiert mich die Frage: Wie wird das, was einem Unternehmen wichtig ist, im gemeinsamen Handeln spürbar?
Zusammenhalt, Vertrauen oder Mut können grosse Wörter bleiben. Sie bekommen Bedeutung, wenn Menschen einander zuhören, etwas ausprobieren und auch dann gemeinsam weiterarbeiten, wenn es schwierig wird.

Zusammenarbeit braucht Raum für unfertige Ideen
Wer etwas Neues entwickeln will, muss Fragen stellen dürfen. Auch solche, auf die noch niemand eine Antwort hat. Es braucht die Möglichkeit, Bedenken auszusprechen, um Hilfe zu bitten und einen Vorschlag einzubringen, der vielleicht noch nicht funktioniert.
In Googles interner Untersuchung «Project Aristotle» gehörte psychologische Sicherheit zu den zentralen Merkmalen wirksamer Teams. Gemeint ist ein Klima, in dem Menschen sich trauen, Fragen zu stellen, Fehler einzugestehen und Ideen einzubringen. Google beschreibt diese Ergebnisse im Beitrag «Five keys to building effective teams».
Das ist keine Untersuchung über kreative Teamprojekte. Sie beschreibt aber eine wichtige Voraussetzung für Zusammenarbeit, die auch beim gemeinsamen Gestalten eine Rolle spielt: Menschen müssen sich einbringen können, obwohl sie noch nicht wissen, ob ihre Idee trägt.
Für mich gehört dazu, Unsicherheit eine Weile auszuhalten. Wenn das Ergebnis schon zu Beginn vollständig feststehen muss, bleibt wenig Raum für das, was unterwegs entstehen könnte.
Beim gemeinsamen Gestalten werden Entscheidungen greifbar
Stell dir vor, ein Team entwickelt eine gemeinsame Skulptur. Eine Person möchte hoch hinaus, eine andere denkt zuerst an die Standfestigkeit. Jemand beginnt gleich mit dem Material, während jemand anderes noch eine Vorstellung vom Ganzen braucht.
Alle bringen etwas mit. Nun geht es darum, daraus ein gemeinsames Werk zu entwickeln.
Welche Idee verfolgen wir? Was probieren wir zuerst aus? Wie verbinden wir zwei Teile, die noch nicht zusammenpassen? Und was machen wir, wenn wir merken, dass unsere bisherige Lösung nicht funktioniert?
Solche Fragen lassen sich am Material konkret bearbeiten. Man kann etwas hinhalten, verschieben, verbinden, verwerfen und neu zusammensetzen. Eine Idee wird sichtbar und damit für die anderen besprechbar.
Aus vielen Teilen wird ein Ganzes. Dafür braucht es Entscheidungen und die Bereitschaft, aufeinander einzugehen.
Mich interessiert dabei, wie jede Person etwas beitragen kann und wie das Team mit den unterschiedlichen Vorstellungen weiterarbeitet. Das gemeinsame Werk braucht diese Unterschiede, damit daraus etwas Eigenes entstehen kann.

Ein gemeinsames Thema bekommt eine Form
Am Anfang eines künstlerischen Teamprozesses kann eine Frage stehen, die das Unternehmen gerade beschäftigt: Was verbindet uns? Was wollen wir gemeinsam entwickeln? Was möchten wir bewahren, während sich anderes verändert?
Nicht jedes Thema lässt sich sofort in Worte fassen. Manchmal ist eine Richtung bereits spürbar, ohne dass ein gemeinsames Bild davon vorhanden ist.
Hier setzt meine Arbeit als Künstlerin und Begleiterin an. Gemeinsam suchen wir nach einer Form für das, was entstehen möchte. Dafür stehen unterschiedliche Materialien und gestalterische Möglichkeiten zur Verfügung.
Ein abstrakter Begriff wie Verbindung wird dabei zu einer konkreten Aufgabe: Wie halten diese Teile zusammen? Wie viel Abstand brauchen sie? Was trägt das Ganze?
Eine Skulptur erklärt kein Unternehmen vollständig. Sie kann aber einen gemeinsamen Bezugspunkt schaffen, an dem sich unterschiedliche Vorstellungen zeigen und weiterentwickeln lassen.
Warum ich auf Begleitung über mehrere Termine setze
Ein gemeinsamer Tag kann Freude machen und etwas in Bewegung bringen. Wenn ein Team ein Thema vertiefen möchte, interessiert mich besonders die Arbeit über mehrere Termine.
Dazwischen liegt der Arbeitsalltag. Das Team kann beobachten, welche Erfahrungen nachwirken, wo alte Gewohnheiten wieder auftauchen und welche Fragen offenbleiben. Beim nächsten Treffen lässt sich daran anknüpfen.
Auch das Werk darf sich entwickeln. Eine erste Idee wird überprüft, ergänzt oder verändert. Nicht alles muss an einem Tag entschieden und fertiggestellt werden.
Meine künstlerische Begleitung für Unternehmen ist deshalb auf einen längeren gemeinsamen Prozess ausgerichtet. Über mehrere Termine arbeitet das Team an einem Thema und einem eigenen Kunstwerk, das anschliessend im Unternehmen bleibt.
Mit der Frage nach einzelnen Impulsen und regelmässiger Zusammenarbeit beschäftige ich mich auch in meinem Beitrag «Wie oft sollte man Teambuilding-Events machen, damit sie wirklich etwas bewirken?».
Was vom Gestalten in den Alltag mitgehen kann
Ein Kunstwerk allein verändert keine Unternehmenskultur. Entscheidend ist, was die Menschen aus dem gemeinsamen Prozess mitnehmen und im Alltag aufgreifen.
Zum Abschluss lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen:
- Wann ist es uns gelungen, unterschiedliche Ideen zusammenzubringen?
- Was hat uns geholfen, eine Entscheidung zu treffen?
- Wie sind wir damit umgegangen, wenn etwas nicht funktioniert hat?
- Was davon möchten wir in unserer täglichen Zusammenarbeit beibehalten?
So kann aus einer Erfahrung eine konkrete Vereinbarung werden. Zum Beispiel, bei der nächsten Besprechung zunächst alle Vorschläge anzuhören oder früher um Unterstützung zu bitten.
Das fertige Werk bleibt als sichtbare Erinnerung an einen gemeinsam gestalteten Prozess. Die Beteiligten wissen, welche Entscheidungen, Umwege und Beiträge darin stecken. Sie können sagen: Das haben wir gemeinsam geschaffen.
Häufige Fragen zu Unternehmenskultur und gemeinsamem Gestalten
Braucht ein Team dafür künstlerische Erfahrung?
Künstlerische Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung. Ich begleite die gestalterische und handwerkliche Umsetzung. Die Mitarbeitenden bringen ihre Ideen, Fragen und unterschiedlichen Sichtweisen ein.
Kann ein kreatives Teamprojekt Konflikte lösen?
Ein gemeinsames Projekt kann Anlass bieten, über unterschiedliche Vorstellungen und die Zusammenarbeit zu sprechen. Eine Konfliktlösung lässt sich daraus nicht versprechen. Bei festgefahrenen Konflikten kann zusätzlich eine gezielte Konfliktbegleitung nötig sein.
Was unterscheidet eine längere Begleitung von einem einzelnen Teamevent?
Bei einer längeren Begleitung können wir Erfahrungen wieder aufgreifen, Ideen weiterentwickeln und Beobachtungen aus dem Arbeitsalltag einbeziehen. Das Team und sein Werk bekommen Zeit, sich mit dem gewählten Thema auseinanderzusetzen.
Unternehmenskultur wird von Menschen gestaltet
Mich interessiert, was Menschen gemeinsam möglich machen, wenn sie ihre unterschiedlichen Fähigkeiten einbringen. Wenn sie bereit sind, sich auf etwas einzulassen, dessen Form noch nicht vollständig feststeht.
Beim Gestalten wird daraus eine konkrete Aufgabe. Es braucht Hände, Ideen, Entscheidungen und Menschen, die gemeinsam weiterarbeiten. Genau darin liegt für mich die Verbindung zwischen Kunst und Unternehmenskultur.
Wenn ihr als Team ein gemeinsames Thema über mehrere Termine gestalterisch entwickeln möchtet, begleite ich euch dabei. Daraus entsteht ein eigenes Kunstwerk, das bei euch im Unternehmen bleibt.
Erzähl mir von eurem Vorhaben.
Mit kreativen Grüssen aus der Werkstatt
Andrea Stahl




