Ein Team kann in einem Meeting sehr vernünftig klingen und trotzdem aneinander vorbeiarbeiten. Was Zusammenarbeit im Team wirklich trägt, zeigt sich erst dann, wenn Entscheidungen anstehen, Ideen aufeinanderprallen oder niemand die fertige Lösung kennt. In meiner Werkstatt erlebe ich genau diese Momente. Sobald Menschen gemeinsam gestalten und etwas mit den eigenen Händen entstehen soll, wird vieles sichtbar, was im Sitzungszimmer verborgen bleibt.
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ToggleGute Zusammenarbeit im Team braucht keine ständige Harmonie
Für mich zeigt sich gute Zusammenarbeit nicht darin, dass alle einer Meinung sind. Sie zeigt sich darin, was ein Team aus seinen Unterschieden macht. Verschiedene Sichtweisen bringen Reibung. Das ist nicht automatisch schlecht.
Metallteile müssen auch nicht gleich aussehen, damit daraus eine stimmige Form entsteht. Entscheidend ist, wie sie miteinander verbunden werden. Bei Menschen ist das ähnlich. Wer gut zusammenarbeiten will, muss nicht jeden Gedanken teilen. Aber jeder Mensch muss seine Sicht einbringen dürfen, ohne dass sie sofort weggewischt wird.
Ich finde es sogar spannend, wenn nicht sofort Einigkeit herrscht. Dann kommt Bewegung in eine Sache. Einer sieht etwas, das der andere übersieht. Eine Idee wird verworfen und eine andere entsteht daraus.
Schwierig wird es dort, wo Harmonie wichtiger wird als Ehrlichkeit. Dann sieht von aussen alles ruhig aus, während unter der Oberfläche längst etwas anderes arbeitet. Gute Zusammenarbeit hält Unterschiede aus und findet einen Weg, mit ihnen weiterzugehen.
Beim gemeinsamen Tun zeigt ein Team, wie es wirklich zusammenarbeitet
Unternehmen reden viel über Werte, Kommunikation und gemeinsame Ziele. Das gehört dazu. Aber Zusammenarbeit entsteht nicht dadurch, dass wir lange über Zusammenarbeit sprechen. Sie entsteht im Tun.
Dass Zusammenarbeit auch wirtschaftlich relevant ist, zeigt eine Untersuchung von Atlassian aus dem Jahr 2024. Dafür wurden 5.000 Wissensarbeiter und 100 Führungskräfte aus Fortune-500-Unternehmen befragt. 93 Prozent der befragten Führungskräfte waren der Meinung, dass ihre Teams vergleichbare Ergebnisse in der Hälfte der Zeit erreichen könnten, wenn sie effektiver zusammenarbeiten würden.
Mich überrascht diese Zahl nicht.
In meiner Werkstatt sehe ich, wie viel Energie verloren gehen kann, wenn Menschen nebeneinander arbeiten, obwohl sie eigentlich gemeinsam an derselben Sache stehen.
Vor einem Team liegen Metall, Holz, Farbe oder Stein und eine gemeinsame Aufgabe. Es gibt keine fertige Lösung, die einfach nachgebaut werden kann. Irgendwann muss jemand anfangen.
Und dann wird es interessant.
Wer nimmt das Werkzeug zuerst in die Hand? Wer beobachtet? Wer fragt nach? Wer hat sofort drei Ideen? Wer sagt lange nichts und bringt plötzlich einen Gedanken ein, der alles verändert?
Genau solche Situationen interessieren mich. Nicht um Menschen zu beurteilen. Sondern weil dort sichtbar wird, wie eine Gruppe miteinander umgeht.
Ein gemeinsames Werk macht Zusammenarbeit plötzlich greifbar
Wenn Menschen gemeinsam ein Objekt gestalten, beginnt der Prozess selten ordentlich. Da liegen Materialien, Werkzeuge und erste Ideen. Jemand möchte sofort anfangen. Jemand anderes will zuerst verstehen, was überhaupt entstehen soll.
Okay. Dann stehen wir eben erst einmal da.
Doch irgendwann kommt Bewegung hinein. Ein Stück Metall wird hingelegt. Eine Form wird ausprobiert. Jemand hält dagegen. Eine andere Person sieht plötzlich eine Verbindung.
Genau hier wird Teamwork konkret. Das Team muss Entscheidungen treffen, Aufgaben verteilen und auf das reagieren, was tatsächlich entsteht. Ein Plan allein reicht nicht.
Dabei tauchen sehr einfache Fragen auf:
- Verstehen wirklich alle, was gemeinsam entstehen soll?
- Werden Einwände gehört oder möglichst schnell weggeräumt?
- Findet jeder Mensch einen Platz, an dem er etwas beitragen kann?
- Darf eine Idee wieder verschwinden, obwohl schon Arbeit darin steckt?
Das kreative Arbeiten ist dabei nicht immer effizient im Sinn von möglichst schnell. Material interessiert sich sowieso wenig für unsere Zeitpläne. Wenn etwas nicht passt, passt es nicht.
Dann muss das Team hinschauen, neu entscheiden und weitermachen.
Genau darin liegt für mich ein wichtiger Teil guter Zusammenarbeit.

Ein gutes Team braucht nicht fünf Menschen mit denselben Stärken
Ich glaube nicht daran, dass ein gutes Team aus Menschen besteht, die ähnlich denken und arbeiten.
Der eine erkennt sofort, wie eine Konstruktion stabil werden könnte. Eine andere hat ein feines Auge für Form und Farbe. Jemand traut sich einfach anzufangen. Ein anderer merkt früh, dass etwas nicht funktioniert.
Alle diese Fähigkeiten haben ihren Platz.
Das ist nicht nur meine Beobachtung aus der Werkstatt. Auch Googles bekannte Untersuchung Project Aristotle beschäftigte sich mit der Frage, was erfolgreiche Teams ausmacht. Dabei zeigte sich etwas Spannendes: Entscheidend war weniger, wer in einem Team sitzt, sondern wie die Menschen miteinander arbeiten.
Als besonders wichtigen Faktor identifizierte Google die psychologische Sicherheit. Gemeint ist damit ein Umfeld, in dem Menschen Fragen stellen, Fehler eingestehen oder eine ungewöhnliche Idee äussern können, ohne Angst haben zu müssen, dafür abgewertet zu werden.
Für mich wird genau das beim gemeinsamen Gestalten sehr konkret. Eine Idee darf zuerst etwas schräg sein. Jemand darf sagen, dass er nicht weiss, wie es weitergeht. Ein Fehler muss nicht versteckt werden. Vielleicht entsteht gerade daraus die nächste Lösung.
Problematisch wird es, wenn immer dieselben Menschen denken, entscheiden und ausführen. Die Lauten werden lauter und die Stilleren ziehen sich irgendwann zurück. Dabei kann genau dort eine Fähigkeit liegen, die dem Team gerade fehlt.
Wenn du die Zusammenarbeit in deinem Team verbessern möchtest, würde ich deshalb nicht zuerst nach einer neuen Methode suchen. Ich würde genauer hinschauen:
Wer bekommt Raum? Wer nimmt ihn sich automatisch? Welche Fähigkeiten bleiben unsichtbar? Und wer trägt längst Verantwortung, ohne dass jemand darüber spricht?
Aus vielen unterschiedlichen Beiträgen kann etwas entstehen, das keiner allein geplant hätte.
Das sehe ich beim Gestalten immer wieder. Am Anfang liegen einzelne Teile auf dem Tisch. Am Ende steht ein gemeinsames Werk davor.
Dazwischen liegt die eigentliche Teamarbeit.
Wie unterschiedlich ein Team funktionieren kann, obwohl alle beschäftigt sind, beschreibe ich auch in meinem Beitrag Dein Team funktioniert nicht, obwohl alle beschäftigt sind.
Diese Fragen tauchen häufig auf, wenn Zusammenarbeit im Team besser werden soll
Wie kann man Zusammenarbeit im Team beschreiben?
Zusammenarbeit bedeutet für mich, dass Menschen ihre Fähigkeiten, ihr Wissen und ihre Verantwortung miteinander verbinden, um etwas gemeinsam zu erreichen. Dabei zählt nicht nur das Resultat. Spannend ist auch der Weg dorthin. Wie geht ein Team mit Fehlern um? Was passiert bei unterschiedlichen Meinungen? Darf jemand sagen: «Ich weiss es gerade nicht»?
Welche drei Werte sind für gute Zusammenarbeit wichtig?
Für mich sind es Vertrauen, Klarheit und Respekt. Vertrauen macht ehrliche Beiträge möglich. Klarheit hilft einem Team zu wissen, woran es ist und wer Verantwortung übernimmt. Respekt bedeutet nicht, alles gut zu finden. Er bedeutet, andere Sichtweisen ernst zu nehmen.
Was sind die zehn goldenen Regeln für gute Teamarbeit?
Ich halte wenig von zehn goldenen Regeln, die für jedes Team passen sollen. Menschen funktionieren nicht nach einer Bedienungsanleitung. Klare Ziele, verständliche Zuständigkeiten, ehrliches Feedback und verbindliche Entscheidungen sind für mich wichtiger als eine lange Liste von Regeln.
Was ist Teamwork?
Teamwork beginnt dort, wo Menschen nicht einfach ihre einzelnen Aufgaben nebeneinander erledigen. Ihre Beiträge greifen ineinander. Jeder bringt etwas mit und gleichzeitig entsteht etwas, das keiner allein hätte schaffen können.
Gute Zusammenarbeit hinterlässt mehr als ein schönes Ergebnis
Zusammenarbeit wird für mich glaubwürdig, wenn Menschen miteinander handeln, statt nur darüber zu sprechen.
Beim gemeinsamen Gestalten wird sichtbar, wo ein Team bereits gut verbunden ist. Es zeigt aber auch die Stellen, an denen es knirscht. Das gehört dazu. Metall gibt beim Bearbeiten schliesslich auch nicht immer sofort nach.
Am Ende steht ein Werk im Raum, das vorher noch nicht existiert hat. Menschen haben Entscheidungen getroffen, Ideen verändert, Verantwortung übernommen und etwas miteinander geschaffen.
Dieses Werk bleibt.
Und vielleicht erinnert es später im Arbeitsalltag genau daran: Wir können unterschiedlich sein und trotzdem etwas Gemeinsames schaffen.
Wenn du für dein Team einen Teamevent suchst, bei dem nicht einfach ein Programm konsumiert wird, können wir gemeinsam anschauen, was zu eurem Team passt. In meiner Werkstatt arbeitet ihr mit echten Materialien und erschafft ein gemeinsames Werk, das euch auch nach dem Event begleitet.
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Mit kreativen Grüssen aus der Werkstatt
Andrea Stahl




